Vereinschronik
Chronik des SV Teutonia für den Zeitraum von 1996 bis 2021
Bereits zum fünfzigjährigen Bestehen 1996 wurde eine Vereinschronik erstellt. Wer sie noch einmal nachlesen möchte und die Broschüre nicht mehr zur Hand hat, findet sie auch auf der Homepage des Vereins. Daran anknüpfend wird jetzt mit dieser Chronik das Vereinsgeschehen von 1996 bis 2021 betrachtet und in Erinnerung gerufen. Um den zahlreichen sportlichen Erfolgen und weiteren erwähnenswerten Geschehnissen der einzelnen Fachsparten gerecht zu werden, sind einer allgemeineren Betrachtung der letzten 25 Jahre ausführlichere Rückblicke mehrerer Sparten nachgeordnet.
Mit einer Sportwoche und einer Jubiläumsfeier mit 200 Gästen feierte der SV Teutonia Ende Juni 1996 sein fünfzigjähriges Bestehen. Zu diesem Zeitpunkt hatte der der Verein nach kontinuierlicher Steigerung 880 Mitglieder. Im drauffolgenden Jahr wurde mit 901 Mitgliedern ein Höhepunkt erreicht. Einen großen Anteil an dieser Entwicklung hatte die Fußballsparte, die Mitte der neunziger Jahre drei Herren-, eine Frauen- und zwei Altherrenmannschaften sowie viele Jugendteams, durchgängig von der F- bis zur A- Jugend, für den Spielbetrieb melden konnte. Auch die Fertigstellung der Ballsporthalle im Herbst 1995 befeuerte den Aufwärtstrend, so konnten jetzt 110 Aktive in der Volleyballsparte ihren Sport in sieben Punktspielteams betreiben.
Sportliches Aushängeschild des Vereins waren die Landesligavolleyballerinnen, die den SV Teutonia weit über die Grenzen Ostfrieslands bekannt machten. Badminton wurde als neue Sportart in das Angebot aufgenommen und in der Turnabteilung bildete sich eine Frauenvölkerballgruppe. Die Tischtennisspielerinnen und -spieler knüpften in dieser Zeit Kontakte zu den Plattenspielern des hesssischen Vereins SKG Erfelden. Abordnungen beider Vereine besuchen sich seitdem im zweijährigen Turnus und pflegen bis heute diese Freundschaft.
Die Vereinsführung lag 1996 beim 1. Vorsitzenden Egge Mansholt, seit 1988 im Amt, dem 2. Vorsitzenden Gerfried Bonk, Kassenwart Hinderikus Fricke und Pressewart Erhard Buntjer. Eine Auflistung der Personen, die in den letzten 25 Jahren Vorstandsarbeit geleistet haben, ist im Anhang dieser Chronik zu finden.
Für die Kleinen im Verein gehörten neben dem Sport in ihren Gruppen und Mannschaften der Festumzug im Rahmen des Dorffestes und die große Weihnachtsfeier in der Schulaula für alle Vereinskinder bis zum 14. Lebensjahr zu den Höhepunkten des Sportjahres. So feierten 120 Kinder im Dezember 1996 gemeinsam Weihnachten. Aufgrund des großen Zulaufs wurde diese Veranstaltung später (2003) in die Sparten und Mannschaften verlagert.
Nach dem finanziellen Kraftakt mit dem Sporthallenbau, musste die Anschaffung eines Ford-Transit als Ersatz für den VW-Bulli, gestemmt werden. Die zahlreichen Jugendmannschaften in den Sparten Fußball und Volleyball machten den Kauf zwingend erforderlich. Probleme zwischen der Volleyballlandesligatruppe und dem Abteilungsleiter Hermann Jans sowie dem Vorstand sorgten 1997 für eine Trennung und Unruhe.
1998 stand die Renovierung des oberen Sportplatzes auf dem Programm. Mit dem neuen Kassenwart Wilhelm Radsick wurde die Finanz- und Mitgliederverwaltung auf EDV umgestellt. Erstmals wurde jetzt ein Haushaltsplan mit festem Budget für den Vorstand und ebenso begrenzten Abteilungsetats eingeführt, daraus ergab sich eine deutliche Entlastung in der Vorstandsarbeit. Nur größere Anschaffungen wurden noch im Gesamtvorstand besprochen und abgestimmt.
Auf der ersten Jahreshauptversammlung im neuen Jahrtausend konnte der Vorstand berichten, dass sowohl das Frauenfußballturnier mit 16 Teams im Rahmen der Sportwoche im Sommer als auch das neu eingeführte Winterfest, die Grün-Weiße Nacht, ein Erfolg waren. Eine Kickboxgruppe mit Trainer Wübbo Schmidt als Abteilungsleiter wurde als neue Sparte in den Verein integriert. Besonders erfolgreich waren in dieser Zeit die Tischtennisspielerinnen und -spieler. Die gute Jugendarbeit in den neunziger Jahren führte zu einer kontinuierlichen Steigerung der sportlichen Erfolge sowohl im Jugend- als auch im Bereich der Damen- und Herrenteams. Diese Entwicklung mündete in der Saison 2001/2002 in den Aufstieg der Ersten Herrenmannschaft in die 1. TT-Bezirksklasse. Die Damen sicherten sich die Vizemeisterschaft der 2. Bezirksklasse, die Zweite Herren wurde Meister der 1. Kreisklasse.
Die Jahreshauptversammlung 2002 mit den Vorstandswahlen fand auf der Basis einer neuen Satzung, die Hermann Jans und Egge Mansholt erstellt hatten, statt. Bis heute ist sie die Grundlage der Vorstandsarbeit und vieler Abläufe im gesamten Verein. Ein paar Details wurden im Verlauf der Zeit den Bedürfnissen angepasst. Sorgen bereiteten dem Verein damals die Entwicklung in der Fußballsparte, sowohl bei der ersten als auch bei der zweiten Herrenmannschaft. Der Posten des Abteilungsleiters Fußball blieb bei den Wahlen vakant, dafür konnten die Turnsparte als auch die Kickboxer positive Trends melden. Die Sportwoche mit Damenfußballturnier und anschließender Disconacht waren wieder eine Höhepunkt des Sportjahres.
2003 ging der Verein mit einer umfangreichen Homepage online, verantwortlich für die Website ist seitdem Webmaster Hermann Jans. Der Vereine investierte in neue Flutlichter mit verbesserter Leuchtkraft und geringerem Energieverbrauch, außerdem wurden die beiden Sportplätze tiefengelockert. Der vakante Posten des Spartenleiters Fußball konnte mit Manfred van Essen besetzt werden.
Positive Meldungen gab es auf der Jahreshauptversammlung im Frühjahr 2004 zu verkünden. Die Fußballspieler der Ersten Herren wurden Meister in der Kreisleistungsklasse und stiegen in die Kreisliga auf und Bernhard Schipper wurde neuer Platzwart beim SV Teutonia. Auch in diesem Jahr wurde die Sportwoche mit Disconacht als gelungen verbucht. Auf dem oberen Sportplatz wurden Metallrahmen für eine flexible Bandenwerbung installiert. Erste Planungen für den Bau eines Vereinsheims wurden im Vorstand diskutiert.
In 2005 wurde der Bau einer Beachvolleyballanlage zwischen den beiden Fußballplätzen beschlossen und von der Volleyballsparte umgesetzt. Harmina Buntjer übergab nach 15 Jahren die Leitung ihrer Seniorinnen-Turngruppe in die Hände von Elke Krebs.
Wegen der Fußball-WM 2006 in Deutschland wurde auf eine Sportwoche verzichtet, dafür trafen sich an einem Wochenende 50 Jugendmannschaften zu Fußballturnieren in ihren Altersgruppen. In der Saison 2005/2006 feierte die Fußballsparte die Vizemeister in der Kreisliga. Im darauf folgenden Jahr beendete Thomas Dreesmann aus Weener seine Tätigkeit als Trainer der Ersten Herren nach fünf erfolgreichen Jahren. Eine Aufwertung erhielt der untere Sportplatz durch die Installation neuer Flutlichter.
Eine Beitragsreform konnte auf der Jahreshauptversammlung 2008 durchgesetzt werden. Erstmals wurden zum Vereinsbeitrag auch noch Spartenbeiträge für die aktiven Sportler eingeführt. Zum Jahresende löste sich die Kickboxabteilung auf. In der Saison 2008/2009 sorgten die Volleyballfrauen mit der Meisterschaft in der Bezirksklasse für gute Schlagzeilen in der örtlichen Presse. Leider löste sich das junge Team nach Saisonende auf, weil viele Spielerinnen studien- und berufsbedingt das Rheiderland verließen. Höherklassige Mannschaften (Landesliga und Oberliga) in Hannover, Osnabrück, Münster und auch Papenburg freuten sich über den Zulauf aus Stapelmoor.
Auf der Jahreshauptversammlung 2009 konnte Herbert Waltemathe als neuer Jugendwart gewonnen werden. Der Abschluss der Komplettsanierung der Schulsporthalle im Frühjahr 2010 löste viele Engpässe im Trainings- und Spielbetrieb vor allem bei der Turnabteilung und den Tischtennismannschaften. Nach zwanzig Jahren als Abteilungsleiter Volkslauf gab Johann Elias seinen Posten auf, zuvor hatte er von 1976 bis 1990 der Volleyballsparte vorgestanden.
Mit der Gründung eines Jugendfördervereins wollten mehrere Sportvereine innerhalb der Stadt Weener dem Spielerschwund im Jugendfußball entgegenwirken. Die Mitbegründung und ein Kooperationsvertrag wurden auf der Jahreshauptversammlung 2010 beschlossen. Neben Teutonia waren der TuS Weener, der TuS Holthusen und der Heidjer SV als Stammvereine Projektpartner. Zum Vorsitzenden des Jugendfördervereins wurde Andreas Sinningen gewählt.
Der Umbau der Blockhütte zum Lager für Bälle, Trainingsutensilien und Gerätschaften zur Platzpflege wurde 2010/2011 realisiert. In die Krise geriet vorübergehend die Fußballsparte, denn Im Winter 2011 löste sich die zweite Herrenmannschaft auf und die Erste stieg in die 1. Kreisklasse ab.
Malerarbeiten zur Vermeidung von Schimmelbildung und der Austausch etlicher Türen im Kabinenbereich der Ballsporthalle durch Elemente aus Sicherheitsglas sowie die Versiegelung des Hallenbodens wurden in 2012 erledigt.
Nach 20 Jahren als Abteilungsleiter Tischtennis schied Jan Klaaßen aus beruflichen Gründen aus, sein Nachfolger wurde Jann Karels. Heinrich Siemons wurde neuer Leiter der Volksläufer, die Laufsparte hieß fortan Leichtathletikabteilung. Seit 2006 was Siemons auch schon als Sportabzeichprüfer tätig. Neben der traditionellen Volkslaufveranstaltung wurde fortan ein Parklauf für Grundschulkinder angeboten. Auch im Programm der jährlich stattfindenden Winterlaufserie war Stapelmoor als Ausrichter zu finden.
2012 ging Hermann Jans als Volleyballtrainer in den Ruhestand und Andreas Sinningen hörte nach siebenjähriger Tätigkeit als Leiter der Jugendfußballabteilung auf. Micha Gerke übernahm das Kassenwesen, nachdem Marion Siemens sich als stellvertretende Vorsitzende für Finanzwesen im Frühsommer 2011 zurückgezogen hatte. Der Mitgliederschwund setzt sich auch 2012 fort.
Ein wesentlicher Punkt der Jahreshauptversammlung 2014 war die Beschlussfassung für den Bau eines Verkaufs- und Aufenthaltsraumes. Außerdem wurde berichtet, dass beide Sporthallen durch Spenden mit jeweils einem Defibrillator ausgestattet werden konnten und dringend erforderliche Reparaturen an den Duschmischbatterien erfolgten. Für die Trainerbänke wurden Überdachungen hergestellt. Die Fußballabteilung konnte wieder eine zweite Herrenmannschaft für den Punktspielbetrieb melden.
Auf der Jahreshauptversammlung 2015 blieben bei den Nachwahlen zum Vorstand etliche Stellen vakant. Nach dem Rücktritt der Sozialwartin Hildegard Schulte konnte für diese Aufgabe vorerst keine Nachfolge gefunden werden, ebenso blieben die Posten der Spartenleiter Fußball und Turnen sowie Hallen- und Gerätewart weiterhin unbesetzt. Nach dem plötzlichen Ausfall der Volleyballtrainerin Gertrud Jans musste das talentierte Kreisligateam zur Saison 2014/15 vom Punktspielbetrieb zurückgezogen werden. Die Attraktivität der Sportplätze wurde durch die Investition in neue Flutlichter und einen Ballfangzaun gesteigert.
Mit dem Bau des Vereinsheims wurde ebenfalls 2015 begonnen. Die Realisierung dieser Baumaßnahme gelang mit sehr viel Eigenleistung, brauchte aber bis zur Fertigstellung wesentlich länger als die prognostizierten zwei Jahre. Nach dem Bau der Ballsporthalle in der ersten Hälfte der neunziger Jahre hat die Teutonia ein zweites Mal gezeigt, dass der Verein in der Lage ist auch größere Projekte zu planen und erfolgreich abzuschließen.
Im Frühjahr 2016 trat Egge Mansholt als Vereinsvorsitzender zurück, er hatte den SV Teutonia 28 Jahre geführt und insgesamt 41 Jahre im Vorstand gearbeitet. Für seine ehrenamtliche Tätigkeit erhielt er im Laufe der Zeit zahlreiche Auszeichnungen seitens des Vereins, der Stadt Weener, des Kreis- und Landessportbundes sowie des Fußballverbandes. Ein Nachfolger konnte auf der Versammlung nicht gefunden werden. Mansholt wurde nach seinem Ausscheiden vom Vorstand als Platzwart und Leiter der Baustelle Vereinsheim weiter in die Vereinsarbeit eingebunden. Die Aufgaben eines Sozialwartes wurden an Daniel Sassen übertragen. Manfred van Essen wurde zum Spartenleiter Fußball gewählt, Richard Hartema übernahm die Führung der Leichtathleten und engagierte sich besonders beim Lauftraining für Anfänger als Vorbereitung für die Teilnahme am Ossiloop.
Heinrich Siemons wurde neuer Turnwart, damit hatte diese große Fachsparte wieder einen Organisator und Vertreter im Vorstand. Neue Angebote in Kursform mit spezifischen Ausrichtungen im Bereich Gesundheitssport ergänzten fortan das Angebot der Turnsparte, die sich auch im Bereich des Kinderturnens sehr positiv entwickelte. Jan Klaaßen wurde als Abteilungsleiter der aufstrebenden Tischtennissparte reaktiviert, unbesetzt blieb weiterhin der Posten des Boßelwartes.
Weihnachten 2016 fand erstmals ein Weihnachtssingen auf dem oberen Sportplatz statt. Die Veranstaltung wurde gut angenommen und in den folgenden Jahren wiederholt. Großen Anklang bei Zuschauern und Aktiven fand auch der Sporttag 2017 mit Darbietungen aus mehreren Sparten des Vereins.
2017 liefen die Planungen für eine umfangreiche Sanierung der Nebenräume der Ballsporthalle an, die in den folgenden Jahren umgesetzt wurden. Mit Fördermitteln und sehr viel Eigenleistung wurde die Heizungsanlage erneuert, die Duschräume mit neuen Duschköpfen und Mischbatterien versehen sowie eine große Entlüftungsanlage eingebaut. Mit dem Einbau einer Verbindungstür zwischen der Schulsporthalle und der der Ballsporthalle wurde ein langgehegter Wunsch der Hallensportler erfüllt, besonders der Trainingsbetrieb der Tischtennissparte wurde dadurch erleichtert. Aufgeräumt und renoviert wurden auch alle Räumlichkeiten im oberen Bereich, das Vorstandszimmer wurde umgestaltet. Ein separater Raum, als Lager genutzt, entstand durch Abtrennung von der Küche mittels einer Trockenbauwand. Die Küche wurde aufgewertet durch den Austausch Küchenzeile und die Anschaffung neuer Stühle und Tische. Im Frühjahr 2021 waren diese Arbeiten erledigt.
Nach zweijähriger Vakanz, in dieser Zeit hatte der stellvertretende Vorsitzende für Finanzen Micha Gerke viele Führungsaufgaben übernommen, konnte auf der Jahreshauptversammlung im März 2018 Herbert Waltemathe für den Posten des 1. Vorsitzenden gewonnen werden; weiterhin nicht im Vorstand vertreten blieb die Fachsparte Boßeln. Mit einem Satzungsänderungsbeschluss wurde auch den stellvertretenden Spartenleitern die Möglichkeit gegeben, aktiv an der Vorstandsarbeit teilzunehmen. Die Versammlung beschloss auf Antrag des Vorstandes die Kündigung der Mitgliedschaft im Jugendförderverein zum 30. Juni 2018. Eine zufriedenstellende Zusammenarbeit mit den anderen Stammvereinen war nicht mehr gegeben, zudem blieb die Entwicklung des Projektes nach ordentlichem Start deutlich hinter den Erwartungen zurück.
Ein völlig neues Gesicht erhielt Ende 2018 auch die Vereinshomepage mit der Anpassung an aktuelle technische Entwicklungen und Nutzerverhalten. Ein großer Erfolg war das erstmals durchgeführte Sportpicknick. Aufgrund der positiven Resonanz besteht die Absicht, es regelmäßig zu wiederholen.
Die rasant gewachsene Tischtennissparte konnte 2019 mit 120 Gästen im Möhlenwarfer Dörfergemeinschaftshaus ihr fünfzigjähriges Bestehen feiern. Im Jubiläumjahr meldete die TT-Abteilung zwölf (!) Herren-/Damenmannschaften sowie eine Jugend- und zwei Schülerteams für die Spielsaison 2019/2020 zum Punktspielbetrieb. Positive Entwicklungen auch in den Sparten Turnen, Tischtennis und Volleyball führten zu einer Trendwende bei den Mitgliederzahlen nach dem Tiefpunkt Ende 2016, mittlerweile hat der Verein wieder mehr als 600 Mitglieder.
Als neuer Platzwart für die beiden Sportplätze und die Nebenanlagen konnte der Hausmeister der Grundschule Johannes Wessels gewonnen werden. Die behördlichen Vorgaben zur Eindämmung der Corona-Pandemie seit dem Frühjahr 2020 und die sich daraus ergebenden Entscheidungen der Sportverbände haben auch beim SV Teutonia zum zeitweiligen Erliegen des Sportbetriebes geführt, besonders die Mannschaftssportler wurden davon betroffen. Welche Folgen dieses Herunterfahren des Sporttreibens für den Einzelnen aber auch für den Sportverein z.B. im Kinder- und Jugendbereich haben wird, lässt sich noch nicht feststellen.
Auch in dieser Zeit haben Mitglieder des Vorstandes und fleißige Helferinnen und Helfer in ihrer Freizeit Projekte weitergeführt und anstehende Arbeiten erledigt. So konnte im Frühjahr 2021 mit dem Einbau einer Küchenzeile und der Anschaffung von Tischen und Stühlen sowie der Inbetriebnahme der Heizung die Fertigstellung des Vereinsheims weitgehend abgeschlossen werden. Mit Unterstützung des Landessportbundes wurden die Digitalisierung und die Medienausstattung vorangetrieben. Sowohl in der Sporthalle als auch auf dem Sportplatz gibt es jetzt freies WLAN und das Vereinsheim verfügt über einen Beamer mit Leinwand, auch eine TV-Anlage wurde hier installiert Diese Räumlichkeit ist damit für Fortbildungen, Sitzungen und andere Veranstaltungen bestens ausgerüstet. Wichtige Bereiche der Sportanlage sind nun kameraüberwacht und auch die gesamte Heizungssteuerung erfolgt ebenfalls übers Internet.
Mit zwei Sporthallen, zwei Sportplätzen, einer Beachvolleyballanlage, dem neuen Vereinsheim und weiteren Räumlichkeiten hat der SV Teutonia die Möglichkeit den Bürgerinnen und Bürgern des Oberrheiderlandes in zahlreichen Gruppen und Mannschaften ein breites Sportangebot zu unterbreiten. Im Laufe von 75 Jahren hat der Verein, der in den Nachkriegsjahren mit Fußball und Feldhandball auf einer Kuhweide startete, eine kontinuierliche Entwicklung vollzogen und die Palette der Sportarten ständig erweitert, um der Nachfrage und der Bedeutung des Sports in der heutigen Gesellschaft zu entsprechen.
SV Teutonia Stapelmoor – Rückblicke auf 50 Jahre
Vereinschronik von 1996 (Textversion)
1. Die Vereinsgründung 1946 und die ersten Jahre
In der Zeit nach dem Ende des zweiten Weltkrieges gab es eigentlich wichtigere Dinge als den Sport. Das Wirtschaftswunder der fünfziger und sechziger Jahre war noch nicht in Sicht und auch der Sport hatte weder wirtschaftlich noch politisch die Bedeutung, die ihm in den späteren Jahrzehnten zukommen sollte. Trotzdem war in der Jugend der Wunsch nach sportlicher Betätigung (Fußballspielen) vorhanden, und es gab Leute, die erkannten, dass gerade in dieser Zeit eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung von Nöten war.
Herbert Ailts, Sohn des Inhabers eines Manufakturgeschäftes in Stapelmoor, war im Oberrheiderland der Motor der Entwicklung zu einem Fußballverein. Mit Spielern aus Stapelmoor und Wymeer bildete er schon im Sommer 1945 eine Mannschaft und organisierte die ersten Fußballspiele z.B. gegen Union Weener. Die britische Besatzungsmacht forderte den Aufbau von Sportvereinen unter entnazifizierter Führung und unterband deshalb im Winter 1945/46 den weiteren »wilden« Spielbetrieb. Im Mai 1946 kam es nach einem Entscheidungsspiel zwischen den beiden Spielergruppen aus Wymeer und Stapelmoor, das von Stapelmoor gewonnen wurde, zum Zusammenschluss der beteiligten Spieler und zur Vereinsgründung im Lindenhof.
Da für den Vereinsvorstand nur entnazifizierte Personen in Frage kamen, suchte man eine geeignete Person für den Posten des ersten Vorsitzenden. Lehrer Walter Hadel von der Volksschule in Stapelmoorerheide, er wohnte im Hause Schlenkermann, stellte sich zur Verfügung und wurde zum ersten Vereinsvorsitzenden gewählt. Den Schriftverkehr mit der Besatzungsmacht bezüglich der Entnazifizierung erledigte Hermann Markus. Die Namensgebung des neuen Sportvereins geht auf Wilhelm Santjer zurück. Er war Soldat in Hamburg gewesen und hatte durch einen Kollegen Kontakt zu einem kleinen Sportverein namens Teutonia (Billstedt ?) gehabt. Bei der Wahl des Vereinsnamens schlug Santjer den Namen Teutonia vor, daneben stand noch der Name Stern zur Debatte. Da aber bereits in der Nähe der Fußballverein Stern Völlenerfehn existierte, einigte man sich auf Teutonia Stapelmoor. In Anlehnung an den Hamburger Fußballverein wurden auch die Vereinsfarben Grün-Weiß gewählt. Den ersten Vorstand des SV Teutonia bildeten der l. Vorsitzende Walter Hadel, der 2. Vorsitzende Heinrich Siemens, der Kassenwart Hans Diekhoff, der Schriftführer Alfons Ostrzecha, der Hauptsportwart Wilhelm Santjer und der Jugendwart Herbert Ailts.
In der Bevölkerung war wenig Akzeptanz und kaum Unterstützung für die Fußballer vorhanden. So gab es häufig Ärger mit den Bauern, die weiterhin den Sportplatz an der Heidjer Straße für ihre Zwecke beanspruchten. Finanzielle Mittel hatte der Verein nicht, deshalb durften die für den Spielbetrieb notwendigen Sportgeräte möglichst kein Geld kosten. Auf Grund dessen verlief auch bei der Beschallung der Torpfosten in Kempes Gehölz nicht alles reibungslos. Stapelmoorer Jugendliche wurden beim Abtransport des Holzes von Zöllnern überrascht und mussten ihre Beute für eine Weile verstecken. Erst später, als Gras über die Sache gewachsen war, konnten aus den Hölzern Tore gezimmert werden. Ein Rugbyball, den man von den Engländern erobert halle, diente anfangs als Fußball. Der Lederball, den die Volksschule in Stapelmoor besaß, war heiß begehrt; doch Lehrer Aits lieh den Ball nur ungern an die Spieler aus. weil die Rückgabe meistens von ihm angemahnt werden musste. Auch bei der Sportbekleidung war in den Nachkriegsjahren großer Mangel, so gingen viele Spieler in Straßenschuhen auf den Platz, denn Fußballschuhe waren kaum vorhanden.
Erste Punktspiele trug Teutonia in der Saison 1946/47 aus. Aufgestellt wurden zwei Herren- und eine Jugendmannschaft. Gegner im Rheiderland waren zu der Zeit Bunde. Weener. Jemgum und Ditzum. Möhlenwarf gründete erst 1948 einen Sportverein. Trotz aller Hemmnisse gedieh der neue Verein, bereits in der zweiten Saison gelang Stapelmoor der Aufstieg in die l. Kreisklasse. Unter dem Vorsitz von Theo Stöhr, der bis 1950 im Amt blieb, etablierte sich 1947 mit dem Feldhandhall eine zweite Sparte mit einer Herren- und zwei Damenmannschaften im Verein. Leider führten Spielermangel und die Entwicklung zum Hallenhandball nach wenigen Jahren zur Einstellung des Spielbetriebes. Eine Leichtathletikgruppe soll in dieser Zeit ebenfalls existiert haben.
Der Verein zählte in den Anfangsjahren 1947/48 mehr als 500 Mitglieder. Diese erstaunlich hohe Zahl erreichte man damals nicht durch den Sport alleine. Viele traten dem Sportverein bei, um an den zweimal im Monat stattfindenden Tanzveranstaltungen, die nur für Vereinsmitglieder reserviert waren, teilnehmen zu können. So war der SV Teutonia im Oberrheiderland ein Zentrum des gesellschaftlichen Lebens.
2. Die fünfziger Jahre
Für die Saison 1950/51 fertigte Schuster Warnders auf Vereinskosten einen Satz neuer Fußballschuhe. Diese wurden nicht nur von einer Mannschaft benutzt, sondern unter den Spielern des Vereins ausgeliehen. Knapp waren auch die selbstgefertigten und grün eingefärbten Trikots, so dass die l. Herren häufig in den durchgeschwitzten Hemden der 2. Herren antreten musste.
Von 1949 bis 1957 hatte Werner Baumann den Posten des Sportwartes inne und war unter anderem für die Mannschaftsaufstellungen verantwortlich. Training, wie es heute üblich ist, gab es lange Jahre nicht. Viele Spieler arbeiteten ohnehin »in der Fremde« und standen nur am Sonntag für die Punktspiele zur Verfügung.
Die Vereinsführung lag Anfang des Jahrzehnts bei Wilmko Markus und Warnder Warnders, danach für fünf Jahre bis 1957 bei Johann Gerdes. 1951 wurde die erste Vereinssatzung errichtet und 1953 erfolgte die Eintragung des Sportvereins Teutonia in das Vereinsregister beim Amtsgericht in Weener. Ab 1952 versuchte man die Finanzierung des Sportbetriebes durch Preisschießen. Zeltfeste, Spenden und Zuschauereinnahmen zu verbessern, so dass man es sich leisten konnte, zu den entfernten Auswärtsspielen einen Bus einzusetzen. Das Interesse der Bevölkerung am Fußball und am Verein wuchs im Laufe der Zeit. Gefördert wurde diese Entwicklung auch durch den großen Erfolg der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußballweltmeisterschaft 1954 in der Schweiz.
Da man sich in den Nachbargemeinden nun ebenfalls mit einem Sportverein identifizieren wollte, blieb Teutonia in den fünfziger Jahren nicht der einzige Sportverein im Oberrheiderland. Doch obwohl 1958 der TuS Holthusen (später noch der SV Wymeer/Boen und der Heidjer SV) entstand, gedieh Teutonia weiterhin und konnte in der Saison 1958/59 drei Herren- und drei Jugendmannschaften (Knaben, Schüler, Jugend) für den Spielbetrieb stellen.
3. Die sechziger und siebziger Jahre
Nach Bernhard Fokken, der von 1957 bis 1960 den Verein führte, kam Jürgen Oltmanns bis 1971 an die Vereinsspitze. Sportlich tat sich die Jugendmannschaft hervor, die sich etliche Jahre in der Kreisjugendspitzenklasse behauptete. 1962 wurde auf dem Sportgelände an der Heidjer Straße eine Holzbaracke, in der sich die Spieler umkleiden konnten, errichtet. Bis dahin geschah dies im Freien oder im Saal der Gaststätte Poppinga. Paul Ostrzecha war in dieser Zeit bis Mitte der siebziger Jahre mehr als ein Jahrzehnt eine »treibende Kraft« im Verein. Er war Geschäftsführer des Vereins, Jugendbetreuer und Trainer der l. Herren, noch heute ist er als Schiedsrichter aktiv.
Ein Meilenstein in der Vereinsentwicklung war 1966 der Umzug auf den neuen Sportplatz bzw. in die neue Turnhalle bei der Volksschule in Stapelmoor. Im selben Jahr entstand die Turnabteilung mit drei Männer- und zwei Frauenriegen. Ein Jahr später folgte die Sparte Tischtennis, die schon in der Saison 1968/69 eine Punktspielmannschaft stellte und in den folgenden Jahren mit guter Nachwuchsarbeit die Zahl der Spielerinnen und Spieler ständig wachsen ließ. 1975 bildete sich die Volleyballsparte mit zuerst einer Männergruppe, der bald auch eine Frauengruppe folgte.
Jürgen Graalmann aus Dielerheide übernahm nach Werner Baumann die Aufgaben des Sportwartes und 1960 den Posten des 2. Vorsitzenden. Bei vielen Arbeitseinsätzen, besonders bei der Errichtung der Flutlichtanlage im Jahr 1973 auf dem neuen Sportgelände, war er tatkräftig für den Verein im Einsatz. Bruno Diepen führte ab 1971 für vier Jahre den Verein, danach übernahm Peter Woltermann bis 1981 das Zepter. Die Fußballer erlebten Anfang des Jahrzehnts einen sportlichen Höhenflug mit dem Aufstieg der ersten und zweiten Herrenmannschaft.
4. Die achtziger und neunziger Jahre
1979 entstand bei Teutonia die erste Boßelabteilung im Rheiderland. Sie fand großen Anklang und hat sich seit ihrer Gründung kontinuierlich entwickelt. Auf Kreisebene ist sie eine feste Größe. Nicht so die Handballsparte, die zu Beginn der Achtziger nur für wenige Jahre mit mehreren Mannschaften wieder auflebte. Eine kleine Volkslaufabteilung entstand 1983, sie organisiert in jedem Jahr einen Lauf- und Wandertag, der über die Kreisgrenzen hinaus bekannt ist.
Johannes van Essen wurde 1981 zum ersten Vorsitzenden gewählt, ihm folgte 1988 Egge Mansholt als Vereinschef. Im selben Jahr konnte Teutonia den zweiten Sportplatz in Betrieb nehmen; zur Schonung des Hauptplatzes wurden zwei Flutlichtmasten für den Trainingsbetrieb auf dem neuen Sportplatz aufgestellt, Die Renovierung des Hauptplatzes im folgenden Jahr wurde von zahlreichen Vereinsmitgliedern durchgeführt. In Kooperation mit der Stadt Weener wurde 1985 rechtzeitig zum vierzigjährigen Vereinsjubiläum der Bau einer Blockhütte in Angriff genommen. Einige Jahre später erstellte Teutonia mit wesentlicher Unterstützung von Freerk Röskens zwei Tribünen. Die Flutlichtmasten auf dem oberen Sportplatz wurden ausgewechselt und im Sommer 1990 erhielten beide Sportplätze eine Berieselungsanlage, die Egge Mansholt mit einigen Helfern anlegte.
Sportlich lief es bei der 1. Fußballherrenmannschaft in den achtziger Jahren lange Zeit überhaupt nicht mehr rund. Nach einer Talfahrt bis in die zweite Kreisklasse sorgten die Fußballer ab 1987 wieder für positive Schlagzeilen. In den neunziger Jahren schaffte die l. Herren sogar den Sprung bis in die neuformierte Kreisliga Leer. Gründungsmitglied Freerk Röskens wurde 1991 auf der Jahreshauptversammlung für seine langjährige Vereinszugehörigkeit und für seinen unermüdlichen Einsatz zum bisher einzigen Ehrenmitglied des SV Teutonia ernannt. 1993 erhielt Teutonia vom Kreisjugendausschuss des NFV Leer für seine hervorragende Jugendarbeit die Sepp Herberger-Medaille.
Die Vereinsführung legte in den letzten zehn Jahren ein großes Augenmerk auf den Breitensport und ein breitgefächertes Sportangebot. In der Turnabteilung bildeten sich zahlreiche neue Riegen: Jazztanz, Gymnastik für Seniorinnen, Gymnastik für Senioren und Völkerball. Als neue Sportart ist Badminton im Angebot und scheint sich als neue Sparte zu etablieren. Die Volleyballabteilung expandierte seit 1987 unter der Leitung von Hermann Jans derart, dass die Hallenkapazität in der Stapelmoorer Turnhalle bei weitem nicht mehr ausreichte, um allen Sparten mit ihren Gruppen Trainingsmöglichkeiten zu bieten. Die Volleyballer dehnten daraufhin ihren Übungsbetrieb auf die Sporthalle der Orientierungsstufe in Weener aus.
Der Vorstand erkannte frühzeitig die Entwicklung in den Sparten und beantragte am 31. Juli 1989 bei der Stadt Weener die Erweiterung der alten Halle oder alternativ den Bau einer neuen Sporthalle. Das Konzept, die Halle mit Geldmitteln der Stadt Weener, einem Zuschuss des Landessportbundes und einem großen Anteil an Arbeitsleistung seitens des Vereins durch Ehrenmitglied Freerk Röskens zu bauen, fand beim Rat und bei der Verwaltung der Stadt Weener Zustimmung. Landrat Helmut Collmann engagierte sich stark für das Projekt und machte beim LSB in Hannover den letztlich entscheidenden Finanzzuschuss locker. Am 12. Mai 1993 war der Baubeginn des Komplexes, der neben der Sporthalle mit Tribüne auch mehrere Nebenräume, vier Umkleidekabinen und zwei Außentoiletten umfasst. Nach einer Bauzeit von 28 Monaten konnte am 15. September 1995 die Fertigstellung gefeiert werden. Neben zahlreichen Vereinsmitgliedern, haben vor allem Freerk Röskens, Egge Mansholt und Hinderikus Fricke während der gesamten Bauphase täglich ihre Arbeitskraft eingesetzt und ein Werk geschaffen, dass vielen Sportvereinen als Vorbild dienen kann.
Nachdem der Verein vor 25 Jahren einen Tiefpunkt hatte und nur noch 280 Mitglieder zählte, kann 1996 zum fünfzigjährigen Bestehen des SV Teutonia stolz eine Rekordmarke mit 883 Mitgliedern (387 weibliche und 496 männliche) verzeichnet werden. Erfreulich ist. dass 380 Jugendliche, die nicht älter als 18 Jahre sind, dem Verein angehören. Der kontinuierliche Mitgliederzuwachs war u.a. auf die intensive Arbeit im Vorstand und die engagierte Tätigkeit der Trainer und Übungsleiter in den Sparten und Gruppen zurückzuführen.